DVM-Vorsitzender: Corona-Pandemie echte Herausforderung für das Ehrenamt

Der überkonfessionelle Förderverein Dombau-Verein Minden (DVM) ließ den Domwächterbereich im Dom neu gestalten. Foto: DVM
Der überkonfessionelle Förderverein Dombau-Verein Minden (DVM) ließ den Domwächterbereich im Dom neu gestalten. Foto: DVM

Minden (DVM). Als „echte Herausforderung für den Fortbestand des Ehrenamtes“ hat der Vorsitzende des Dombau-Vereins Minden (DVM), Hans-Jürgen Amtage, die Corona-Pandemie bezeichnet. Bei der Jahreshauptversammlung des überkonfessionellen Fördervereins im Haus am Dom erinnerte Amtage an die großen planerischen Unsicherheiten, die Lockdowns und Schutzverordnungen in den vergangenen eineinhalb Jahren für Vereine mit sich gebracht haben.

„Heutzutage Mitglieder im Verein zu haben, die, wie unsere Dom- und Domschatzwächterinnen und -wächter unermüdlich bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren, das ist ein hohes Gut“, betonte der DVM-Vorsitzende. Diese in einer Zeit, in der kein öffentliches Engagement möglich ist, „bei der Stange zu halten“, fordere den Vereinsvorstand erheblich. Hinzu kämen die Sorgen und Ängste vieler, gerade auch älterer Aktiver selbst in einer entspannteren Pandemiesituation, sich bei ihrem Einsatz zu infizieren. „Diese Sorgen müssen wir sehr ernst nehmen und versuchen, entsprechenden Schutz anzubieten“, sagte Hans-Jürgen Amtage. Dazu gehörten beispielsweise bei Führungen klare Regelungen wie die 2G- oder 3G-Richtlinien in Räumlichkeiten wie der Domschatzkammer oder dem Dom. Auch gelte es, unter anderem bei Weiterbildungsangeboten auf hohe Hygienestandards zu achten.

Bauliche Aktivitäten während des Lockdowns

In dem Jahresbericht des Fördervereins verwiesen Amtage, stellvertretender Vorsitzender Andreas Kresse und Geschäftsführerin Annemarie Lux auf die vielen baulichen Aktivitäten, die der Dombau-Verein auch während des Lockdowns durchführen konnte. So wurde der Foyerbereich des Domschatzes neu gestaltet, um die Platzsituation für die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen des Vereins im Besucherservice zu verbessern. Auch in der Ausstellung gab es unter anderem mit der Präsentation des kunstvoll gestalteten, steinernen Baldachins, der 13. Jahrhundert im Dom einen Freipfeiler zierte, Ergänzungen. Ein Hängesysteme für Gemälde- und Fotopräsentationen wurde ebenfalls installiert.

Im Dom vergab der Dombau-Verein die Neugestaltung des Domwächterbereiches mit einem neuen Wächterhaus und Präsentationsmöbeln an einen heimischen Altbauhandwerker. Außerdem finanzierte der Verein, der in diesem Jahr mit einer Vielzahl von Veranstaltungen sein 75-jähriges Bestehen begeht, die Digitalisierung der Lautsprecheranlage in der Kathedrale. Als nächstes größeres Projekt steht die Neugestaltung des Unterbaus der Goldenen Tafel im Dom an. Annemarie Lux kündigte an, dass im kommenden Jahr auch wieder Weiterbildungsangebote für Mitglieder und interessierte Bürgerinnen und Bürger angeboten werden. Vor dem Hintergrund der Folgen der Pandemie vereinbarte der Vorstand mit den Mitgliedern, die Änderung der Vereinssatzung anzugehen, um hybride Mitgliederversammlungen mit entsprechender Entscheidungskompetenz zu ermöglichen.

Schatzmeister Trakies dankt Landesregierung

In seinem Finanzbericht verwies Schatzmeister Hans-Jürgen Trakies auf eine solide Finanzbasis des Fördervereins, der seit 2017 auch den Domschatz Minden am Kleinen Domhof betreibt. Trakies ging aber auch auf das Thema Strafzinsen ein, die den Verein zukünftig belasten könnten. Dank sprach er der NRW-Landesregierung aus, die den jährlichen Ausschüttungsbetrag aus WestLotto-Mitteln an die sieben nordrhein-westfälischen Dombau-Vereine, die Destinatäre der Lottogesellschaft sind, Ende des vergangenen Jahres erhöht hatte.

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