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Dombau-Verein Minden

Dombau-Verein Minden e.V. (DVM) - seit 1946 ist das Motto des überkonfessionellen Fördervereins: Dom und Domschatz Minden erhalten, gestalten und fördern.

Beitrag von Hans-Jürgen Amtage zum 80. Jahrestag der Zerstörung des Mindener Doms am 28. März 1945

80 Jahre Dombau-Verein Minden

Erhalten, gestalten und fördern – seit 1946

Seit nunmehr 80 Jahren widmet sich der überkonfessionelle Dombau-Verein Minden e. V. (DVM) der Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung eines der bedeutendsten Kultur- und Glaubensorte Nordwestdeutschlands: des Mindener Doms. Gegründet wurde der Verein 1946 – in einer Zeit des Neuanfangs, geprägt von Zerstörung, Mangel und zugleich von bürgerschaftlichem Zusammenhalt und Verantwortung.

Der Dom zu Minden – Baugeschichte und Bedeutung

Der Dombau-Verein Minden e. V. ist ein überkonfessioneller Förderverein, der seit 1946 besteht.Der Mindener Dom geht in seinen Ursprüngen auf das 8. Jahrhundert zurück. Er war die Bischofskirche des um 800 von Karl der Große gegründeten Bistum Minden. Über Jahrhunderte hinweg entwickelte sich das Bauwerk von einer einfachen Saalkirche über eine karolingisch-romanische Basilika mit monumentalem Westbau zur heutigen gotischen Hallenkirche mit romanischem Westriegel.

Besonders das hochgotische, lichtdurchflutete Langhaus mit seinen großen Maßwerkfenstern prägte den Kirchenbau in der Region nachhaltig. Nahezu 600 Jahre blieb der Dom weitgehend unverändert – bis zur fast vollständigen Zerstörung beim Bombenangriff auf Minden am 28. März 1945.

Wiederaufbau und Neubeginn

Der Wiederaufbau des Domes in den 1950er-Jahren und seine Wiederweihe im Jahr 1957 sind untrennbar mit dem Dombau-Verein Minden verbunden. Der Verein trug maßgeblich dazu bei, private und öffentliche Mittel zu mobilisieren und so den Erhalt dieses einzigartigen Bauwerks zu sichern. Heute zieht der Dom jährlich zehntausende Gläubige, Kulturinteressierte und Gäste aus dem In- und Ausland an.

Kunstschätze von europäischem Rang
Der neue Hochchor im Mindener Dom mit der Goldenen Tafel. Foto: DVM/Amtage
Der neue Hochchor im Mindener Dom mit der Goldenen Tafel. Foto: DVM/Amtage

Zu den bedeutendsten Ausstattungsstücken zählen das romanische Mindener Kreuz aus dem frühen 12. Jahrhundert sowie die Nachbildung der Goldenen Tafel – deren Original sich heute im **Bode-Museum** befindet. Historische Ereignisse wie die Hochzeit Heinrich der Löwes mit Mathilde von England im Jahr 1168 unterstreichen die überregionale Bedeutung des Domes. Der dabei überreichte Löwen-Aquamanile, der sogenannte „Gießlöwe“, ist heute im Domschatz Minden ausgestellt.

Erweiterte Aufgaben: Domschatz Minden

Ein Meilenstein der Vereinsgeschichte war die Neueröffnung des Domschatzes Minden im März 2017. Der Umbau am Kleinen Domhof 24 wurde mit rund 2,3 Millionen Euro nahezu vollständig vom Dombau-Verein finanziert. Seitdem betreibt der Verein die Schatzkammer selbst und entwickelte sie mit einem hauptamtlichen Team zu einem professionellen Museum mit Ausstellungen, Sonderformaten, Lesungen und Konzerten. Fachleute zählen die Exponate heute zu den bedeutendsten Kunstwerken des christlichen Glaubens in Europa.

Pilgern, Bildung und neue Formate

Gemeinsam mit dem Evangelischer Kirchenkreis Minden eröffnete der DVM 2018 das Pilgerbüro Sigwardsweg im Domschatz Minden. Hier erhalten Pilgerinnen und Pilger Informationen zum Sigwardsweg, der auf rund 170 Kilometern durch den Altkreis Minden und das Schaumburger Land führt und an den Mindener Bischof Sigward erinnert.

Auch in der Vermittlung historischer Inhalte beschreitet der Verein neue Wege: 2020 entstand das Erklärvideo „Bistum und Dom zu Minden – Zwölf Jahrhunderte Geschichte(n)“, das in acht Minuten die Geschichte des Domes und zentrale historische Persönlichkeiten anschaulich vorstellt.

Musik, Öffentlichkeit und gesellschaftliches Engagement

Zu den jüngeren Projekten zählt das Musikvideo-Projekt „Minden Cathedral“, das gemeinsam mit Domorganist Peter Wagner realisiert wurde. Zwölf hochwertige Videos setzen die Kuhn-Orgel, die Architektur und die Kunst des Domes eindrucksvoll in Szene und erreichen über digitale Kanäle ein breites Publikum.

Darüber hinaus unterstützt der DVM die Domgemeinde bei Aktionen mit gesellschaftlicher Strahlkraft, etwa bei der Beteiligung am internationalen Red Wednesday.

Neugestaltung des Hochchores

Ein aktueller Höhepunkt ist die umfassende Neugestaltung des Hochchores. Der Dombau-Verein ermöglichte unter anderem einen neuen Unterbau für die Goldene Tafel, ein neues Taufbecken, ein neues Chorgestühl sowie die Fertigung eines Schreins für die Reliquien der Heiligen Sophia von Minden/Rom, der sogenannten „Kalten Sophie“. Im Dezember 2025 segnete der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz die neuen liturgischen Elemente im Rahmen eines feierlichen Hochamtes.

80 Jahre Verantwortung für Zukunft

Zum 80-jährigen Bestehen zeigt sich der Dombau-Verein Minden als moderner, engagierter Förderverein, der Tradition und Innovation verbindet. Mit seinem klaren Leitmotiv „Erhalten, gestalten und fördern“ leistet der DVM mit seinem aus Hans-Jürgen Amtage (Vorsitzender), Andreas Kresse (Stellv. Vorsitzender), Annemarie Lux (Geschäftsführerin) und Hans-Jürgen Trakies (Schatzmeister) bestehenden Vorstand einen unverzichtbaren Beitrag für den Dom zu Minden, den Domschatz Minden, für die Stadt und für die Region – heute und in Zukunft.


Im Dombau-Verein Minden engagieren

Das alles gilt es zu finanzieren und damit für die Nachwelt zu erhalten. Eine Aufgabe, der sich der Dombau-Verein Minden gerne auch mit Ihrer Unterstützung widmet. Bitte sprechen Sie uns an!

Dombau-Verein Minden e. V. · Kleiner Domhof 24 · 32423 Minden
Telefon (0571) 94199009 (Vorsitzender | Büro) · E-Mail schreiben


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